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Vom Meckerer zum Mann mit der Pfeife

Als Fußballer war Hauke Moje nicht immer mit Schiedsrichterentscheidungen einverstanden. Heute trifft er sie selbst – und das auf höchstem Landesniveau. Der Oberliga-Schiedsrichter und Schiedsrichterwart des Osterrönfelder TSV erzählt von seinem ungewöhnlichen Weg, der Faszination des Amtes und einer Aufgabe, ohne die Fußball nicht funktionieren würde.

Vor 1.000 Zuschauern einen kühlen Kopf bewahren

Wer Hauke Moje vor zehn oder fünfzehn Jahren auf dem Fußballplatz erlebt hat, wäre vermutlich nicht auf die Idee gekommen, dass ausgerechnet er einmal Schiedsrichter werden würde. „Die meisten hätten mir diesen Weg am wenigsten zugetraut“, sagt der heute 33-Jährige und muss selbst lachen. Als aktiver Spieler beim Osterrönfelder TSV, TuS Bargstedt und dem TuS Nortorf sammelte er durchaus Gelbe Karten – allerdings weniger wegen harter Zweikämpfe als wegen Diskussionen mit den Unparteiischen.

Heute steht Moje selbst im Mittelpunkt. Im vierten Jahr pfeift der gebürtige Rendsburger in der Oberliga Schleswig-Holstein. Dort, wo Zuschauerzahlen vierstellig werden können und jede Entscheidung genau beobachtet wird.

Ein steiler Weg bis in die Oberliga

Der Weg begann 2019 eher zufällig. Moje begleitete ein Schiedsrichterteam und stellte schnell fest, dass ihn die Aufgabe reizte. Entscheidend war dabei nicht nur die Tätigkeit selbst, sondern vor allem die Menschen, die ihn an die Hand nahmen. „Ich hatte das Glück, direkt auf ambitionierte Leute zu treffen, die mich früh mitgenommen haben“, erinnert er sich.

Was folgte, war ein bemerkenswerter Aufstieg. Von den ersten Spielen in der Kreisklasse C führte der Weg über Verbands- und Landesliga bis in die Oberliga. Während andere viele Jahre für diesen Weg benötigen, schaffte Moje den Sprung in vergleichsweise kurzer Zeit.

Die Kunst, ein Spiel zu führen

Dabei sieht er sich nicht als Autorität, sondern als Dienstleister des Spiels. „Die hohe Kunst ist, dass nach dem Spiel niemand etwas von dir will“, sagt er. Seine Philosophie unterscheidet sich von der vieler Regel-Puristen. Natürlich müsse ein Schiedsrichter die Regeln beherrschen. Entscheidend sei aber, ein Spiel lesen zu können. Zu erkennen, wann Fingerspitzengefühl gefragt ist und wann konsequentes Eingreifen. Vielleicht liegt das auch daran, dass Moje selbst lange Spieler war. Er weiß, was in einem Fußballer vorgeht, wenn die Emotionen hochkochen.

Mehr als nur 90 Minuten Fußball

Heute ist der Fußball für ihn längst mehr als ein Hobby. Fast jedes Wochenende ist er unterwegs, meist gemeinsam mit seinem festen Team. Vor dem Spiel analysiert er Tabellen, Vorberichte und Besonderheiten der Mannschaften. Nervös wird er dabei nicht mehr. „Ich bin eher positiv euphorisch“, sagt er.

Besonders stolz ist er auf den Anruf, der ihn vor einigen Jahren erreichte: die Berufung in die Oberliga. Es war der Moment, in dem er wusste, dass sich die Arbeit gelohnt hatte.

Auf der Suche nach der nächsten Generation

Doch Hauke Moje blickt nicht nur auf seine eigene Karriere. Als Schiedsrichterwart des Osterrönfelder TSV beschäftigt ihn vor allem ein Problem: der Nachwuchsmangel. „Wir brauchen dringend neue Schiedsrichter. Sonst findet Fußball irgendwann nicht mehr statt.“

Deshalb wirbt er nicht nur bei Jugendlichen ab 14 Jahren. Besonders ehemalige Spieler hat er im Blick. Menschen, die den Fußball lieben, aber vielleicht keine Lust mehr auf Verletzungen oder den aktiven Spielbetrieb haben.

Für sie hat er eine klare Botschaft: Schiedsrichter zu sein bedeutet nicht nur, Spiele zu leiten. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und als Persönlichkeit zu wachsen. Hauke Moje weiß das aus eigener Erfahrung. Schließlich hat ihn ausgerechnet die Rolle, gegen die er früher manchmal protestierte, am Ende am weitesten gebracht.

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